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Nutzung

Nachstehend erfolgt eine Übersicht über die Nutzung des Richtfunkmastes Berlin-Frohnau:


Richtfunk-Sichtverbindung

Der Mast wurde errichtet, um erstmalig eine Richtfunk-Sichtverbindung (mit Raumdiversity und ohne Zwischenstellen) zwischen dem ehemaligen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland herzustellen. Im Regelbetrieb wurden mehr als die Hälfte aller Telefongespräche zwischen dem ehemaligen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland über den Sendemast Frohnau übertragen. Als nach der Wiedervereinigung Deutschlands, die Telefonverbindungen nach und nach auf Glasfaserkabel umgestellt wurden, wurde ca. 1997 auch diese Richtfunkstrecke zwischen Berlin-Frohnau und dem niedersächsischen Gartow außer Betrieb genommen und die Richtfunkantennen wurden von dem Sendemast demontiert. Der eigentliche Nutzungszweck war damit entfallen.


Luftgüte-Messstation

In der Zeit von 1990 bis April 2008 wurde der Sendemast als Stadtrand- und Turmmessstation im Berliner Luftgüte-Messnetz (BLUME) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung genutzt. In einer Messhöhe von 324 Metern (349 Meter über NN) war ein Messcontainer installiert, der innerhalb des Messnetzes die interne Bezeichnung MC 045 bzw. DEBE037 trug. Folgende Stoffe zur Luftverunreinigung wurden hier kontinuierlich gemessen:
1990-2006:
Schwefeldioxid
1990-2008:
Stickoxide und Stickstoffdioxid
1991-2008:
Ozon

Anmerkung: Am gleichen Standort befindet sich seit 1996 eine Bodenmessstation (MC 145), die weiterhin betrieben wird.


Amateurfunk-Relaisstation

Seit Ende Dezember 1999 wurde der Sendemast von Mitgliedern des VFBD (Verband der Funkamateure in Telekommunikation und Post e.V.) als Amateuerfunk-Relaisstation genutzt. Die Geräte (Steuerrechner, Stromversorgung etc.) befanden sich in der Betriebskanzel in 324 Meter Höhe, während die Antenne auf der darüber liegenden Plattform installiert war. Da die Erfahrungen mit einem Relais in dieser Höhe im Raum Berlin-Brandenburg recht rar waren, war für diesen Standort zunächst ein Probebetrieb bis Ende Februar 2000 vorgesehen. Der Haupteinzugsbereich lag im Norden und Nordosten Deutschlands, um so eine Anbindung der Nordbrandenburger und Mecklenburger Funkamateure an den Berliner Raum zu erhalten. Dank der Höhe des Standortes konnten jedoch selbst mit kleinster Sendeleistung von 0,1 W aus dem Berliner Raum problemlos Funkverbindungen bis an die Ostseeküste hergestellt werden. Der Betrieb des Relais wurde Ende 2008 eingestellt, nachdem bekannt wurde, dass der Sendemast gesprengt werden soll. Nachfolgend sind die Details zu der Amateurfunk-Relaisstation dargestellt:
Betreiber:
VFDB Z20 (OV Berlin)
Rufzeichen:
DB0PI und später DB0BC
QTH-Locator:
JO62QM
Betriebszweck:
FM
Sendefrequenz:
439.425 MHz
Empfangsfrequenz:
431.825 MHZ (Shift -7,6 MHz)
Antenne:
CXL 70/5 (Procom)



Mobilfunkdienst D1-Netz

Der Richtfunkmast wurde ebenfalls als Antennenträger für den Mobilfunk im D1-Netz benutzt. Über den exakten Zeitraum sind jedoch keine weiteren Angaben bekannt. Untenstehend erfolgt eine Aufstellung der ehemaligen Cell-Id's:
Cell-ID1:
4A56 (hex) | 19030 (dez)
Cell-ID2:
9285 (hex) | 37509 (dez)
Cell-ID3:
9286 (hex) | 37510 (dez)


Mobilfunkdienst Chekker

Über einen nicht bekannten Zeitraum diente der Mast als Antennenträger für den Mobilfunkdienst Chekker. Dies war ein öffentlicher Mobilfunkdienst der Telekom, bei dem Kunden mit Funkgeräten über eine Entfernung von bis zu 100 km miteinander kommunizieren konnten. Chekker wurde insbesondere von Unternehmen mit Außenstellen genutzt und sollte den herkömmlichen Betriebsfunk ersetzen, der mit Reichweiten von 10 bis 15 km nur für innerbetriebliche Kommunikation zur Verfügung stand.


Funkrufdienst Eurosignal

Darüber hinaus wurde der Mast als Antennenträger für den Funkrufdienst Eurosignal (EuFuRD) genutzt. Dies war ein von den Post- und Fernmeldeverwaltungen der europäischen Staaten konzipierter drahtloser Personenruf, der in der Bundesrepublik Deutschland ursprünglich 1974 eingeführt und 1997 eingestellt wurde. Angaben zu genauen Zeitraum der Nutzung sind auch hier nicht bekannt.


Fernmeldeanwendungen der Bundeswehr

Der Mast wurde auch für Fernmeldeanwendungen der Bundeswehr genutzt. Auf einer Funkstrecke vom Flughafen Berlin-Tempelhof nach Strausberg fungierte der Mast als Zwischenstation. Über den exakten Zeitraum der Nutzung und weitere Details ist nichts bekannt.